Hessen Logo Hessisches Ministerium der Finanzen hessen.de| Inhaltsverzeichnis| Impressum| Kontakt| Hilfe

Anmelden

Verpflichtung zur elektronischen Abgabe der Steuererklärung

Bild: Marko Greitschus/pixelio.de
Gesetzliche Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen ab dem Veranlagungszeitraum 2011

Ab dem Veranlagungszeitraum 2011 sind bestimmte Jahressteuererklärungen elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln.

Grundlage für die verpflichtende Übermittlung der Daten nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz ist das Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens (Steuerbürokratieabbaugesetz - SteuBAG, BGBl I 2008, S. 2850) und das Jahressteuergesetz 2010 (BGBl I 2010 S. 1768).

Wer zur elektronischen Abgabe der Steuererklärung verpflichtet ist, wird nachfolgend erläutert:


Einkommensteuererklärung

Ab dem Veranlagungszeitraum 2011 sind Steuerpflichtige, die Einkünfte aus

  • Land- und Forstwirtschaft (§§ 13, 13a, 14, 14a des Einkommensteuergesetztes (EStG))
  • Gewerbebetrieb (§§ 15, 16, 17 EStG) oder
  • selbständiger Arbeit (§ 18 EStG) erzielen

verpflichtet, die Einkommensteuererklärung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln.

Die Pflicht zur elektronischen Übermittlung greift im Regelfall nicht, wenn Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erzielt werden und die Summe der übrigen Einkünfte den Betrag von 410 € nicht übersteigt (§ 25 Abs. 4 S. 1 2. Halbsatz EStG). Nähere Informationen hierzu können beim zuständigen Finanzamt erfragt werden, oder sind unter www.elster.de  nachzulesen.

Eine freiwillige elektronische Übermittlung ist auch in diesen Fällen möglich.


Einkommensteuererklärung für beschränkt Steuerpflichtige

Für beschränkt Steuerpflichtige ist die Übermittlung der Steuererklärung nach Vordruck ESt 1C derzeit aus technischen Gründen noch nicht möglich.


Andere Steuererklärungen

Die gesetzliche Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung – unabhängig vom Vorliegen von Gewinneinkünften – besteht auch für:

  • Umsatzsteuererklärungen für Besteuerungszeiträume, die nach dem 31.12.2010 enden.
  • Gewerbesteuererklärungen und Erklärungen für die Zerlegung des Gewerbesteuermessbetrags ab dem Erhebungszeitraum 2011.
  • Feststellungserklärungen für die nach dem 31.12.2010 beginnenden Feststellungszeiträume. Ausgenommen hiervon sind Erklärungen zur gesonderten und einheitlichen Feststellung mit mehr als 10 Beteiligten, da die elektronische Übermittlungsmöglichkeit insoweit noch nicht gegeben ist.
  • Körperschaftsteuererklärungen sowie Erklärungen zur gesonderten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nach §§ 27, 28 und 38 des Körperschaftsteuergesetzes (KStG) ab dem Veranlagungszeitraum 2011. Die Körperschaftssteuererklärung kann neben der Übermittlung über das ElsterOnline-Portal auch gegebenenfalls über die Programme von kommerziellen Softwareherstellern übermittelt werden. Informationen hierzu sind bei dem jeweiligen Softwareanbieter zu erfragen.


Elektronisch zu übermittelnde Unterlagen zur Steuererklärung

Eine gesetzliche Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung besteht auch für:

  • die Anlage EÜR (Einnahmeüberschussrechnung) für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2010 beginnen.
  • die Abgabe der E-Bilanz für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2011 enden. Nähere Informationen hierzu bitte ich dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 28.09.2011 (PDF-Dokument, 105 kb)  zu entnehmen.


Möglichkeiten der elektronischen Übermittlung

Als elektronische Übermittlung im Sinne des Gesetzes gilt neben der authentifizierten Übermittlung auch die Übermittlung und der Ausdruck der elektronisch übermittelten Daten (komprimierter Vordruck) unter Verwendung des von der Finanzverwaltung erstellten Softwarepakets (ERiC). Auf dem komprimierten Vordruck ist zu versichern, dass die Daten überprüft und nach der elektronischen Übermittlung keine Änderungen vorgenommen wurden. Der komprimierte Vordruck ist von Ihnen zu unterschreiben und dem zuständigen Finanzamt einzureichen.


Vorteile der elektronischen Abgabe der Erklärung

  • Vor der Übermittlung der Daten wird die Steuererklärung auf formale Richtigkeit geprüft. Dadurch sind weniger Rückfragen durch das Finanzamt erforderlich. 
  • Die Übernahme der elektronischen Daten erspart die Erfassung von Steuererklärungsdaten und vermeidet Erfassungsfehler im Finanzamt.
  • Belege sind nur im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen einzureichen.
  • Es besteht die Möglichkeit der Bescheiddatenabholung. Zusätzlich zum Steuerbescheid in Papierform stehen die Bescheiddaten elektronisch zur Abholung bereit. Ihre Software kann diese mit den erklärten Daten abgleichen und Sie gegebenenfalls auf Abweichungen hinweisen.

Weitere Informationen zum Thema elektronische Steuererklärung erhalten Sie unter http://www.elster.de/  oder http://www.esteuer.de/ .

© 2014 Hessisches Ministerium der Finanzen. Friedrich-Ebert-Allee 8, 65185 Wiesbaden

Links