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Herausragende Beispiele für innovative Forschungsarbeit in Hessen

19.04.2007 - Pressemitteilung
Landesregierung präsentiert Projekte der Universität Frankfurt und der Technischen Universität Darmstadt im Rahmen der Exzellenzinitiative
 

Als herausragende Beispiele für innovative Forschungsarbeit an den hessischen Hochschulen hat Ministerpräsident Roland Koch die Projekte gewürdigt, mit denen sich die Universität Frankfurt und die Technische Universität Darmstadt (TUD) an der zweiten Wettbewerbsrunde der Exzellenzinitiative beteiligen. Bei der Präsentation der Anträge in der Wiesbadener Staatskanzlei hob der Ministerpräsident heute die Bedeutung der Forschung für das Wissenschaftsland Hessen hervor: „Hier werden nicht nur unverzichtbare Grundlagen für die wirtschaftliche Prosperität geschaffen, sondern auch wegweisende Impulse für die gesellschaftliche Entwicklung gegeben.“ Er zeigte sich überzeugt, dass die Hochschulen mit diesen Projekten beste Karten im bundesweiten Exzellenzwettbewerb haben. Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, erinnerte daran, dass in der ersten Wettbewerbsrunde der Exzellenzinitiative 2006 zwei von bundesweit 17 erfolgreichen Exzellenzclustern und eine von 18 Graduiertenschulen in Hessen zum Zuge kamen. „Auf diesem guten Fundament will Hessen aufbauen“.

Die Technische Universität Darmstadt stellt den Antrag auf ein Exzellenzcluster „Smart Interfaces (Intelligente Grenzflächen), Understanding and Designing Fluid Boundaries“ im Themenfeld Natur- und Ingenieurwissenschaften. Dabei geht es darum, Klimaanlagen wesentlich effizienter und Laptops dank intelligenter Kühlung leistungsfähiger zu machen. Die Hauptfrage lautet: Wie werden Wärme, Gas und Flüssigkeiten etwa in Sprayform auf verschiedenen Oberflächen transportiert? Das Projekt wurde von den federführenden Professoren Dr. Peter Stephan und Dr.-Ing. Cameron Tropea und dem Vizepräsidenten der TUD, Prof. Dr. Johannes Buchmann, vorgestellt.

„Wir sind überzeugt, dass Hessen mit den Exzellenzanträgen der TU Darmstadt die Erfolgschancen bei der Bund-Länder-Exzellenzinitiative steigern kann“, sagte der Vizepräsident. Die Hochschule sei in der Endrunde des Wettbewerbs nicht nur mit dem Antrag eines Forschungsschwerpunkts Smart Interfaces und Anträgen für drei Graduiertenschulen vertreten: Die Graduiertenschule „GENESIS@TUD“ bildet den verantwortungsvollen Energie-Ingenieur der Zukunft aus. Die Graduiertenschule „Matronics“ (Materialien und Elektronik) soll die Forschung im Bereich der organischen Halbleiter, Nano-, Bio- und Oxid-Elektronik beflügeln. Die Graduiertenschule „Computational Enginering“ treibt die neueste Disziplin der Ingenieurwissenschaften voran: Mit ihren Erkenntnissen ist es möglich, neue medizinische Geräte zu entwickeln oder den vollständigen Lebenszyklus von lediglich „erdachten“ Produkten vorab am Computer zu simulieren. Darüber hinaus beteiligen sich die Darmstädter Politikwissenschaftler an dem geisteswissenschaftlichen Clusterantrag der Universität Frankfurt. Das zeigt nach den Worten von Prof. Buchmann, wie eng die beiden Universitäten längst kooperierten und wie gut sie sich in ihrem unterschiedlichen Profil ergänzten.

Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt stellt einen Antrag auf ein Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“ im Themenfeld Geisteswissenschaften. Hier geht es um die Erforschung der Ursachen für den rapiden und konfliktreichen Wandel gesellschaftlicher Ordnungen – sei es die Frage einer gerechten globalen Ordnung der Wirtschaft zwischen den Ländern des Nordens und des Südens, die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte, die Transformation autoritärer Regime in demokratische Rechtsstaaten oder die Herstellung des Weltfriedens. Dabei spielen ökonomische, kulturelle, machtpolitische und religiöse Motive eine maßgebliche Rolle. Präsentiert wurde der Antrag von den zuständigen Professoren Dr. Klaus Günther und Dr. Rainer Forst und Universitätspräsident Prof. Dr. Rudolf Steinberg.

In vier miteinander vernetzten Forschungsfeldern werden die philosophischen, historischen, politikwissenschaftlichen und juristischen Dimensionen des Streits um die Rechtfertigung von normativen Ordnungen untersucht. „Es ist eines der organisatorischen Hauptziele des Clusters“, so der Universitätspräsident, „den bisher an der Goethe-Universität bestehenden fächer- und institutsübergreifenden Kooperationen zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften einen Rahmen zu geben, um damit die spezifische Frankfurter Tradition der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung zu erneuern und auf die wissenschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft auszurichten.“

Die philosophischen, historischen, politikwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Institute der Goethe-Universität arbeiten dazu mit den Frankfurter Forschungsinstituten der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte, des Instituts für Sozialforschung, des Frobenius-Instituts sowie des Centre Point Sud und der Technischen Universität Darmstadt und zahlreichen ausländischen akademischen Partnern eng zusammen. So sollen vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs neue Forschungsperspektiven eröffnet werden.

Über die Förderung entscheidet nach Begutachtungen die Gemeinsame Kommission für die Exzellenzinitative, bestehend aus der Fachkommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Strategiekommission des Wissenschaftsrats, im Oktober 2007. Das Programm sieht die Förderung von 40 Graduiertenschulen mit durchschnittlich je einer Million Euro pro Jahr, 30 Exzellenzclustern mit einer Förderung von durchschnittlich je 6,5 Millionen Euro pro Jahr und einer noch offenen Zahl von Zukunftskonzepten vor. Für die zweite Runde der Exzellenzinitiative steht rund eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Die Präsentationen der Universitäten können Sie an dieser Stelle herunterladen.


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