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Sportartspezifische FAQ's

ALPINES WANDERN

Wann beginnt der alpine Wanderbereich, für den ich die Qualifikation „Alpines Wandern in der Schule“ benötige?
Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Selbst in Mittelgebirgen können sich alpine Gefahrensituationen ergeben. Kriterien für die Einordnung eines alpinen Geländes sind:
- Höhenlage
- Steilheit des Geländes
- Wegesituation (Ausgesetztheit des Weges, Absturzgefahr, Steinschlag)
- Witterungseinflüsse (Gewitter, Sonnenstrahlung, Nässe/Schnee/Eisglätte)
Die verantwortliche Lehrkraft ordnet das Gebiet unter Berücksichtigung dieser Bedingungen ein.


Sind mit der Qualifikation „Alpines Wandern mit Schülern“ auch Gletschertouren mit Schülerinnen und Schülern möglich?
Nein! Es wird bei dieser Qualifikation nicht für Gletschertouren ausgebildet.


Welche konditionellen Fähigkeiten werden für die Teilnahme am Qualifikationskurs „Alpines Wandern mit Schülern“ vorausgesetzt?
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer muss in der Lage sein, mit einem 8 bis 10 kg schweren Rucksack ca. 8 stündige Wanderungen sowie Höhenunterschiede von jeweils ca. 1400 m im Auf- und Abstieg bewältigen zu können. Außerdem muss eine Zweitagestour absolviert werden.


Wie alt müssen Schülerinnen und Schüler für eine mehrtägige alpine Unternehmung sein?
Mehrtägige Wanderungen im alpinen Bereich sind ab der Jahrgangsstufe 7 möglich.
(Verordnung Aufsicht über die Schülerinnen und Schüler)


Benötige ich die Qualifikation „Alpines Wandern in der Schule“, wenn ich mich zwar im alpinen Bereich aufhalte, aber nur Wanderungen auf „festen, vorgegebenen“ Wegen durchführen möchte?
Sobald sich die Klasse im alpinen Bereich befindet, ist die Qualifikation erforderlich, unabhängig davon, auf welchen Wegen die geplanten Wanderungen führen. Wandern im Hochgebirge bringt Gefahren mit sich, die der Ortsunkundige nicht erkennen kann. Die Leiter müssen sich über die aktuellen örtlichen Gegebenheiten informieren. Vor Antritt einer Wanderung sind die Schülerinnen und Schüler auf die besonderen Gefahren hinzuweisen.


Dürfen Klettersteige mit Schülerinnen und Schülern begangen werden?
Die Begehung von Klettersteigen ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Aus folgenden Gründen spricht vieles dagegen, mit Schülergruppen Klettersteige zu gehen:
- Notwendigkeit großer Eigenerfahrung des durchführenden Lehrers, incl. Sicherungstechnik
- Vorhandene Qualifikationen Klettern und alpines Wandern
- Sicherer Umgang der Schülerinnen und Schüler mit der benötigten Ausrüstung
- Ungünstiges Betreuungsverhältnis Lehrer:Schüler (1:3)


Gibt es eine anerkannte Alternative zur Qualifikation „Alpines Wandern mit Schülern“?
Der DAV Wanderleiter und der DAV Familiengruppenleiter ist der Qualifikation „Alpines Wandern mit Schülern“ gleichgestellt.


In welchem Zahlenverhältnis sollten beim alpinen Wandern aufsichtführende Lehrkräfte zu Schülerinnen und Schülern auf einer alpinen Wanderung stehen?
Die Gruppengröße richtet sich nach dem Können der Schülerinnen und Schüler sowie den örtlichen Gegebenheiten, sie darf jedoch maximal 15 nicht übersteigen. Jede Teilgruppe muss von mindestens einer Person mit entsprechendem Qualifikationsnachweis geführt werden. Für zusätzliche Begleitpersonen (Hilfskräfte) ist ein Schein nicht zwingend erforderlich. Vielmehr sollten diese zusätzlichen Begleitpersonen aber über entsprechende Erfahrung im Gebirge verfügen. Als Hilfskräfte kommen außer Lehrern und Lehramts- Studienreferendaren auch Praktikanten, Hospitanten, Schülereltern und Ehegatten der Lehrer in Betracht. Stehen solche Hilfskräfte nicht zur Verfügung, können auch vertrauenswürdige Schüler über 16 Jahren mit schriftlicher Einwilligung ihrer Personensorgeberechtigten als Hilfskräfte bestellt werden. Die Bestellung der Hilfskräfte erfolgt durch den Schulleiter; sie ist aktenkundig zu machen.


In welchen Situationen können Schülerinnen und Schüler von einer alpinen Wanderung ausgeschlossen werden?
In folgenden beispielhaft aufgeführten Situationen könnten Schülerinnen und Schüler von der Teilnahme an einer alpinen Wanderung nach Abwägung der Verhältnismäßigkeit ausgeschlossen werden:
- Schülerinnen und Schüler befolgen nicht die Anweisungen der Lehrkraft,
- Schülerinnen und Schüler sind schlecht bzw. nicht passend ausgerüstet,
- Schülerinnen und Schüler haben gravierende Konditionsmängel bezüglich der Anforderung der Wanderung
- Schülerinnen und Schüler sind gesundheitlich nicht in der Lage, die Tour zu bewältigen.





FLUGSPORT / SEGELFLIEGEN

Wird "Luftsport" wie auch Drachenfliegen als Schulsport gemäß dem Kerncurriculum Sport ausgeschlossen?
Segelfliegen ist im Rahmen des Schulsports nicht möglich. Die von Anbietern konzipierten "Erlebniswochen" haben nicht das Erlernen des Segelfliegens (im Sinne des Sportunterrrichts) zu Ziel, sondern es handelt sich vielmehr um ein Mitfliegen im Sinne einer "Entdeckungsreise". Eine Genehmigung kann unter Verweis auf die Verordnung über die Aufsicht über Schüler vom 28. März 1985, Anlage I Abs. IV, Ziff.2 in Verbindung mit Ziff. 5 nur erteilt werden, wenn die Eltern schriftlich darauf hingewiesen werden, dass die Schülerin bzw. der Schüler während des Fluges nicht der Aufsichtspflicht der Schule unterliegt und kein Versicherungsschutz besteht. Die Eltern müssen hierzu schriftlich ihr Einverständnis geben.





KAMPFSPORTARTEN

Welche Regelung gibt es zu Kampfsportarten oder zum Boxen?
Über den Unterricht aller Zweikampfsportarten entscheiden die Schulen in eigener Zuständigkeit auf der Grundlage des Kerncurriculums Sport. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:
Boxen ist im Schulsport grundsätzlich untersagt. Bei allen anderen Zweikampfsportarten sind diejenigen untersagt, die Schlag- und Tritttechniken beinhalten. Im Judo sind Würgegriffe untersagt.





KANU

Für welche Aktivitäten im Kanusport müssen Lehrkräfte eine besondere Qualifikation erwerben?
Für Sportarten mit besonderem Gefahrenpotential - und dazu zählen alle Arten von wassersportlichen Aktivitäten - müssen Lehrkräfte in Hessen gemäß der Verordnung über die Aufsicht über die Schülerinnen und Schüler eine besondere Qualifikation nachweisen.
Es reicht nicht aus, dass zum Beispiel ein gewerblicher Betreiber geschultes Personal zur Verfügung stellt, da es sich bei den Veranstaltungen um schulische Veranstaltungen handelt, bei denen die Verantwortung stets bei den aufsichtführenden Lehrkräften liegt. Die Lehrkräfte müssen jederzeit in der Lage sein, zur Abwendung von Gefahr für die Schülerinnen und Schüler in den Ablauf der Veranstaltung eingreifen zu können. Dies setzt besondere Fachkenntnisse ebenso wie die Rettungsfähigkeit beim Schwimmen und im Wassersport voraus.





KLETTERN

1. Klettern in der Kletterhalle und Klettern in Kletterwäldern und Hochseilgärten

Darf ich einen eintägigen (einmaligen) Besuch in einen Kletterwald oder in einem Seilgarten durchführen?
Klettern, ausgenommen das Klettern an Boulderwänden, erfordert immer einen Qualifikationsnachweis. Diese Anforderung wird auch an das Klettern bei Besuchen von Kletterhallen, Seilgärten, Hochseilgärten und Kletterwäldern gestellt (Verordnung über die Aufsicht über Schülerinnen und Schüler vom 11.12.2013, §§ 20 und 21, in: Abl. 01/14). Entsprechende Basiskurse (Einführungskurs Klettern in der Kletterhalle, Einführungskurs Klettern in Kletterwäldern und Seilgärten) werden von der ZFS zur Qualifikation angeboten.
Grundsätzlich ist beim Besuch von Kletterwäldern oder Seilgärten zu beachten:
- Die Veranstaltung ist mit der Sportfachkonferenz oder der Gesamtkonferenz abgestimmt und von der Schulleitung genehmigt.
- Die auswählte Anlage ist nach gängigen Normen (DIN-Norm, ERCA-Norm) zertifiziert.
- Die Durchführung der sportlichen Aktivität wird von qualifiziertem und geschultem Personal eines professionellen Betreibers durchgeführt.
- Die verantwortliche Lehrkraft übt ständig und unmittelbar ihre Aufsichtspflicht aus, sie entscheidet, welche Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer persönlichen Voraussetzung am Angebot teilnehmen. Aufsichtspflichten sind nicht abtretbar.


Besteht für die Qualifikation zum Besuch von Kletterhallen bzw. die Qualifikation zum Besuch von Kletterwäldern und Hochseilgärten eine regelmäßige Fortbildungsverpflichtung?
Nein. Da der jeweilige Betreiber die Sicherungseinweisung durchführt und auch die Persönliche Sicherheitsausrüstung bereitstellt, besteht im Bereich der aktuellen Sicherungstechnik keine Fortbildungsverpflichtung. Über die besonderen Sorgfalts- und Aufsichtsregelungen zur Durchführung einer Veranstaltung müssen sich die Lehrkräfte informieren.
Lehrkräfte, die Klettern eigenständig unterrichten (Qualifikation „Klettern im Toprope“ bzw. „Klettern in der Schule“), müssen ihrer Erkundigungs- und Fortbildungspflicht nach aktuellen Entwicklungen in der Sicherungstechnik nachkommen.


Ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler bei einem Besuch einer Kletterhalle bzw. in einem Kletterwald oder Hochseilgarten beschränkt?
Der Besuch einer Kletterhalle, eines Kletterwalds bzw. Hochseilgartens ist auf die Größe einer Lerngruppe („Klassenstärke“) pro aufsichtführende Lehrkraft begrenzt. Der jeweilige Betreiber legt dabei einen Trainerschlüssel fest. In einer Kletterhalle betreut ein Trainer in der Regel 6 bis 9 Schülerinnen und Schüler. Einige Betreiber fordern für je 10 Schüler und Schülerinnen eine Aufsichtsperson.
Die aufsichtführende Lehrkraft muss insbesondere die kontinuierliche Aufsicht über ihre Lerngruppe gewährleisten können und die Trainer und den Prozess z.B. durch organisatorische und pädagogische Maßnahmen unterstützen.
Die Nutzung erfordert intensive Vorbereitung, da sich die Rahmenbedingungen grundsätzlich von denen der schulischen Sportstätten unterscheiden (z.B. viele Gruppen auf engem Raum, Unübersichtlichkeit des Geländes, Ablenkung durch die natürliche Umgebung, erschwerte Kommunikation durch größere Entfernungen).
Auch wenn fachkundiges Personal die Lerngruppe übernimmt, ist die Lehrkraft für diesen „Unterricht“ im schulrechtlichen Sinne verantwortlich. Sie hat sich in der Vorbereitung über die örtlichen Gegebenheiten, den organisatorischen und inhaltlichen Ablauf, die Qualifikation des betreuenden Personals und die Sicherheitseinrichtungen und -verfahren zu informieren.


Darf oder muss ich bei einem Besuch „sicherheitstechnische“ Aufgaben übernehmen?
Soll die Lehrkraft in sicherheitstechnische Aufgaben mit eingebunden werden, so muss sicher gestellt sein, dass sie eine entsprechende Einweisung von qualifiziertem Personal erhält und diese Aufgaben erfüllen kann.
Sie muss dabei die kontinuierliche Aufsicht über ihre Lerngruppe z.B. durch organisatorische und pädagogische Maßnahmen gewährleisten können.


Was ist unter den Begriffen „Hochseilgarten“, „Kletterwald“, „Adventure-Park“, „Abenteuerwald“, ... zu verstehen?
Ein Seilgarten (Rope-Course) besteht aus:
Tragwerksystemen (z.B. Bäume im Kletterwald, Masten im Hochseilpark an denen Stahlseile befestigt sind)
- Aktionssysteme (Übungen wie Brücken, Balancierstellen, Seilbahnen etc.)
- Plattformen, wo die Teilnehmer stehen können
- Sicherungssysteme


Eine grundsätzliche Unterscheidung besteht zwischen...
- topropegesicherten Seilgärten („traditionellen Seilgärten“ oder Hochseilgärten)
- Anlagen mit einer Selbstsicherung, die wie Klettersteige gesichert werden (Abenteuerparks, Abenteuerwälder, Adventureparks, Kletterwälder...)
- Anlagen mit einem kontinuierlichen Sicherungssystem, das Komplettaushängen technisch verhindert (Abenteuerparks, Abenteuerwälder, Adventureparks, Kletterwälder...)
- Niedrigseilgärten, bei denen eine Seilsicherung nicht notwendig ist


2. Klettern in der Schule

Ist Klettern am Fels (Outdoor) erlaubt? Darf ich mit der Qualifikation „Klettern in der Schule“ auch mit Schülerinnen und Schülern am Fels klettern?
Der Erlass „Klettern in der Schule“ (Abl. 09/03) sieht dazu folgende Regelungen vor:
- Klettern im Rahmen des Sportunterrichtes kann nur an künstlichen Kletterwänden durchgeführt werden.
- Regelmäßiger Unterricht im Klettern darf nur an künstlichen Kletterwänden durchgeführt werden. Klettern an Naturfelsen ist nur als Abschluss des Kletterkurses oder im Rahmen von speziellen Schulsportprojekten vorzusehen. Dabei ist dem Sicherheitsaspekt größte Aufmerksamkeit zu schenken.
- Klettergartenbesuche dürfen nur an für Schülergruppen „geeigneten“ Naturfelsen durchgeführt werden. Als „geeignet“ gilt:
- ebener, hindernisfreier Wandfuß mit ausreichender Fläche für eine Gruppe
- redundante Umlenkung zur Einrichtung der Toprope-Seilsicherung
Die ergänzende Empfehlung lautet: Die Ausbildung im Rahmen der Qualifikation alleine reicht nicht dafür aus, die objektiven Gefahren am Fels realistisch beurteilen und die Seilstrecken sicher einrichten zu können. Eine weitergehende Erfahrung und Ausbildung ist daher dringend erforderlich. Zur sachgerechten Beurteilung von Wandfüßen, Felsen und Absicherungen sollte eine Fachkraft mit einer Mindestqualifikation „Fachübungsleiter/Trainer C Sportklettern“ anwesend sein, die die qualifizierte Lehrkraft unterstützt, sofern diese nicht selbst über diese erweiterten Kompetenzen verfügt.
Im vor- und nachbereitenden Unterricht sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, welche ökologischen Probleme und objektive Gefahren beim Klettern an Naturfelsen bestehen.


Darf ich mit Grundschülerinnen und -schülern an künstlichen Kletterwänden klettern?
Klettern im spielerischen Sinn ist auch in der Grundschule möglich. Sicherungstechniken können von den Kindern in der ersten bis vierten Klasse noch nicht realisiert werden, insbesondere eine Sicherung von Schülern durch Schüler scheidet aus. Eine entsprechende qualifizierte Aufsicht ist daher – auch vom Zahlenverhältnis her – notwendig, da Sicherungstätigkeiten nur von Hilfskräften ausgeführt werden können.


Wozu berechtigt die Qualifikation „Klettern in der Schule“?
Die Qualifikation „Klettern im Toprope“ berechtigt dazu, eigenständig Klettern im Toprope in der Schule zu unterrichten unter Berücksichtigung der Verordnungs- und Erlasslage und der aktuellen Lehrmeinung des zuständigen Fachverbandes (Deutscher Alpenverein/DAV). Das Unterrichten von Klettern im Vorstieg innerhalb der Schule erfordert die entsprechende Qualifikation „Klettern im Vorstieg“, die im Anschluss an die Qualifikation „Klettern im Toprope“ absolviert werden kann (vgl. Ausbildungsstruktur „Klettern in der Schule“).
Die Lehrkräfte müssen ihrer Erkundigungs- und Fortbildungspflicht nach aktuellen Entwicklungen in der Sicherungstechnik nachkommen.
Diese Qualifikation berechtigt auch zum Klettern in Kletterwäldern und Seilgärten.


Darf ich Schülerinnen und Schüler im Vorstieg klettern lassen?
Lehrkräfte, die bereits den Qualifikationskurs Klettern im Toprope absolviert haben, können am Qualifikationskurs Klettern im Vorstieg teilnehmen. Im Unterricht darf mit Schülern auch in den Vorstieg gegangen werden. Eine umfangreiche Hinführung an das Thema Vorstieg und die Sensibilisierung hinsichtlich der damit verbundenen Risiken ist Bedingung. Die Schüler müssen vorher ausreichend Erfahrung im Toprope-Klettern gesammelt und ein Sicherungstraining absolviert haben. Daher ist das Klettern im Vorstieg in der Schule als Ausnahme zu sehen und in der Regel nur in Angeboten mit der Mindestdauer eines Schulhalbjahres realisierbar. Für die Lehrkraft ist die regelmäßige Eigenerfahrung Voraussetzung.
Die bis 2014 erworbene Qualifikation „Klettern in der Schule“ schließt die Möglichkeit zum Klettern im Vorstieg grundsätzlich ein. Ob das Unterrichten des Kletterns im Vorstieg jedoch verantwortbar ist, hängt ausschließlich von der Fachkompetenz der Lehrkraft ab, die über entsprechende Erfahrungen und Kenntnisse beim Klettern im Vorstieg verfügen muss.


Welche Schülergruppengröße darf ich im Klettern unterrichten?
Es können 5 Seilschaften mit jeweils 3 Schülerinnen und Schülern klettern, wenn die Sichernden durch eine zweite Schülerin oder einen zweiten Schüler hintersichert werden. Wird nicht hintersichert, können nicht mehr als 3 Seilschaften mit jeweils 2 Schülerinnen und Schülern gleichzeitig pro qualifizierte Lehrkraft klettern.


Wozu bin ich berechtigt, wenn ich den DAV-Toprope-Schein oder die KLEVER-Card Toprope besitze?
Der DAV-Toprope-Schein oder ähnliche Nachweise berechtigen nicht zum Erteilen von eigenständigem Kletterunterricht in der Schule!
Der Schein weist lediglich darauf hin, dass ich zum Prüfungszeitpunkt mit einer Sicherungsmethode im Toprope vertraut war. Er ist eine mögliche Voraussetzung zur Teilnahme an der Qualifikationsveranstaltung „Klettern in der Schule“.


Wer stellt den DAV-Toprope-Schein oder die KLEVER-Card Toprope aus?
In der Regel stellen Kletterbetreuer oder Fachübungsleiter/Trainer des Deutschen Alpenvereins bzw. des KLEVER-Verbandes den Schein aus. Lehrer mit der Qualifikation „Klettern in der Schule“ sind ebenfalls berechtigt, ihren Schülerinnen und Schülern diesen Nachweis auszustellen.


Müssen die Schülerinnen und Schüler beim Klettern einen Helm tragen?
Beim Klettern im Indoor-Bereich ist das Tragen eines Helmes nicht erforderlich.
Für das Klettern im Outdoor-Bereich (natürlicher Fels) ist das Tragen eines Helms verpflichtend.


3. Bouldern mit Schülerinnen und Schülern

Darf ich mit Schülerinnen oder Schülern die Boulderwand an meiner Schule ohne Qualifikation nutzen?
Klettern, ausgenommen das Klettern an Boulderwänden, erfordert immer einen Qualifikationsnachweis (Verordnung über die Aufsicht über Schülerinnen und Schüler vom 11.12.2013, §20-21, in: Abl. 01/14). Die Teilnahme an einer akkreditierten Fortbildungsveranstaltung für den Unterricht im Bouldern wird empfohlen.
Beim Bouldern muss der Niedersprungbereich eben und hindernisfrei sein. Der Niedersprungbereich muss mindestens 2 m nach hinten und seitlich ausgeweitet sein. Besondere Aufmerksamkeit muss der Umknickgefahr im Fußgelenk geschenkt werden („Schnittstellen“ zwischen zwei Matten!). Bei nicht dämpfendem Untergrund (z.B. Asphalt) gilt eine maximale Tritthöhe von 60 cm. Bei dämpfendem Untergrund ist ab 60 cm Tritthöhe ein ungebundener Boden (z.B. Rasen), ab 1,50 m Tritthöhe stoßdämpfender Boden (z.B. Holzschnitzel, Rindenmulch, Sand, Kies, synthetischer Fallschutz) vorgeschrieben. Das Bouldern endet bei freien Fallhöhen über 2,0 m Tritthöhe, hier muss mit Seilsicherung geklettert werden.
Beim Bouldern darf kein Gurt getragen werden. Ein Abkippen des Oberkörpers im Sturzfall muss durch richtiges „Spotten“ (Sicherheitsstellung) verhindert werden. Im Unterricht sollte das Spotten zusammen mit dem Hinunterspringen aus zunächst niedriger Höhe geübt werden.
Das Klettern an einer Boulderwand außerhalb des Unterrichts zum Beispiel in der Außenanlage der Schule erfordert keine spezielle Aufsichtsregelung, die über die allgemeine Pausenaufsichtsregelung hinausgeht.





REITEN

In welchem Rahmen darf in der Grundschule die Sportart „Reiten“ angeboten werden?
Reiten kann in der Grundschule - so wie jede andere Sportart, die nicht verboten ist - im Rahmen des Schulsports sowohl im Sportunterricht wie auch im außerunterrichtlichen Schulsport stattfinden. Darin eingeschlossen sind insbesondere Veranstaltungsformen wie Arbeitsgemeinschaften, Wahlunterricht oder Kooperationsmaßnahmen zwischen Schule und Verein. Reiten darf grundsätzlich jedoch nicht in Schulwanderungen und Schulfahrten in der Grundschule stattfinden (vgl. Aufsichtsordnung vom 11.12.2013, §25(2)).
Zu beachten ist, dass die Aufsichtspersonen eine besondere Qualifikation nachweisen muss, da Reiten zu den Sportarten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial zählt.

Anmerkungen:
Diese Antwort ist entsprechend auch für die Sportarten Radfahren, Schlittschuhlaufen oder Klettern zu geben.





RETTUNGSFÄHIGKEIT BEIM SCHWIMMEN UND IM WASSERSPORT

Müssen die teilnehmenden Personen im Rahmen der Veranstaltung einen Nachweis über ihre bereits erworbene Rettungsfähigkeit (Ersterwerb) vorlegen?
Nein.
Die Vorlage des Nachweises zum Ersterwerb der Rettungsfähigkeit ist im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung nicht vorgesehen. Die Aufsichtsverordnung vom 11.12.2013 geändert am 22.09.2014 regelt gemäß §21 Abs.5, dass die zur Aufsicht verpflichteten Personen ihre Rettungsfähigkeit nachweisen müssen. Für die Führung des Nachweises sind die Personen selbst verantwortlich.
Der erstmalige Nachweis der Rettungsfähigkeit wird insbesondere belegt durch:
- Deutsches Rettungsschwimmabzeichen in Bronze (Ausweis)
- Erste Staatprüfung für ein Lehramt im Fach Sport (Zeugnis)
- Qualifikationsnachweis „Schwimmunterricht in der Schule“ im Rahmen der Lehrerfortbildung (ZFS, SSA, HeLP, HILF u.a.) (Bescheinigung)


Innerhalb welcher Frist nach dem Ersterwerb muss die Rettungsfähigkeit aufgefrischt werden?
Entscheidend ist, dass der aktuelle Nachweis der Rettungsfähigkeit (Ersterwerb, Auffrischungsbescheinigung u.a.) zum Zeitpunkt der Erteilung von Schwimmunterricht oder von Wassersportveranstaltungen nicht älter als fünf Jahre ist. Darüber hinaus gibt es keine Fristregelungen.


Was bedeutet Rettungsfähigkeit beim Schwimmen und im Wassersport?
Eine Person ist rettungsfähig, wenn sie an jeder Stelle des Beckens oder der Wasserfläche, an der sie unterrichtet oder die verantwortliche Aufsicht führt, auf den Grund tauchen kann und einen Menschen nach seiner Rettung an Land erstversorgen kann. Der Nachweis der Rettungsfähigkeit erfolgt, indem die „kombinierte Übung“ (vgl. Rahmenvorgabe zur Veranstaltung) erfolgreich und angemessen absolviert wird.


Ist der Nachweis der Rettungsfähigkeit auch dann gültig, wenn die Wassertiefe des heimischen Bades tiefer ist als die Wassertiefe des Bades, in dem die Fortbildungsveranstaltung stattgefunden hat?
Die Gültigkeit der Rettungsfähigkeit wird über das Absolvieren der „kombinierten Übung“ nachgewiesen. Die erworbene Rettungsfähigkeit soll vor allem sicherstellen, dass im Rahmen des Schwimmunterrichts die Aufsicht führende Person, Schülerinnen und Schüler vor dem Ertrinken retten kann. Im Fall des Tieftauchens heißt das, dass innerhalb der „kombinierten Übung“ eine Tauchtechnik angewendet werden soll, die nachweist, dass damit auch größere Tiefen erreicht werden können als es die bauliche Wassertiefe des Bades, in dem die Fortbildung stattfindet, zulässt. Das bedeutet, dass unabhängig davon, bei welcher Wassertiefe dieser Übungsnachweis zur Rettungsfähigkeit gemäß der Vorgabe erfüllt wurde, jede Aufsicht führende Person selbstverantwortlich prüfen muss, ob sie auch in den örtlichen Gegebenheiten rettungsfähig ist, wo sie Unterricht erteilt. Sollte somit die Wassertiefe im heimischen Bad tiefer sein, ist damit aber nicht der erfolgreiche Nachweis der Rettungsfähigkeit aus der Fortbildung in Frage gestellt.





ROLLEN

Welche Regelungen bestehen zur Nutzung von Inline-Skates im Sportunterricht sowie im außerunterrichtlichen Schulsport?
Für die Nutzung von Inline-Skates mit Schülerinnen und Schülern im Straßenverkehr ist die Streckenführung ist so zu planen, dass Gefahren minimiert sind. Es sollten möglichst zwei aufsichtführende Personen, zwischen denen die Gruppe fährt, vorhanden sein.
Grundsätzlich dürfen Inline-Skates an der Schule nur benutzt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler eine Schutzausrüstung tragen (Knie-/Ellenbogen- und Handprotektoren sowie Helm) und die Roller mit Bremsen versehen sind. Lehrkräften, die Inlinesport unterrichten wollen, wird empfohlen, vor allem mit Blick auf die Bremstechnik einen "Einführungskurs" zu absolvieren.


Gibt es beim Fahren mit dem Waveboard oder Skateboard besondere Regelungen?
Zur Nutzung des Waveboards oder Skateboards mit Schülerinnen und Schülern gibt es aktuell keine speziellen rechtlichen Regelungen oder Vorgaben. Auch eine Protektorenpflicht besteht grundsätzlich nicht.
In pädagogischer und fürsorglicher Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler wird folgendes empfohlen:
- Thematisierung der Verletzungsrisiken
- Entwicklung von Verhaltensregeln in verschiedenen Lernsituationen: unterschiedliche Untergründe (Halle, Asphalt,..), abgeschlossener oder öffentlicher Bereich, Formen der Einzel- oder Partnerarbeit, Helfen und Unterstützung, Anfänger oder Könner, ...
- Absichern oder Nutzen unterschiedlicher Lernarrangements bezüglich Verhaltensregelungen: Strecke, Fläche, schiefe Ebene, Rampe und ähnliches. Daraus könnten sich Schutzempfehlungen oder -möglichkeiten ableiten lassen.
Darüber hinaus ist es Bestandteil Ihrer Aufsichtspflicht einzuschätzen, inwieweit die Schülerinnen und Schüler gemäß ihrer körperlichen und sozialen Voraussetzungen in der Lage sind, am Unterricht in der von Ihnen gewählten Form teilzunehmen.





RUDERN

Warum eignet sich „Rudern“ als Schulsport?
Durch die relativ einfache und leicht erlernbare Bewegungsstruktur, die Anforderungen im vornehmlich aeroben Ausdauerbereich und die relativ geschlossene Ausübungsform lassen sich homogene und heterogene Gruppierungen bilden. Eine große Tradition als zentrale Schulsportart hat das Rudern vor allem in den angelsächsischen Ländern. Zahlreiche Schülerrudervereine zeugen davon, dass das Rudern als Mannschaftssport eine Möglichkeit darstellt, soziale Kommunikationsformen zu erfahren und Interessen in eigener Verantwortung zu vertreten. Die spezielle Struktur dieses Mannschaftsports erlaubt soziale Erfahrungen, die pädagogisch sinnvoll sind.


Wo und wie können Ruderveranstaltungen mit Schülerinnen und Schülern stattfinden?
In Hessen wird das Schulrudern hauptsächlich in Kooperation mit Vereinen durchgeführt. Weiterführende Informationen sind zu erhalten über die Zentrale Fortbildungseinrichtung für Sportlehrkräfte des Landes (ZFS).


Welche Ausrüstung brauchen die Schülerinnen und Schüler?
Zum Rudern braucht man zunächst keine spezielle Bekleidung. Sinnvoll ist eine Oberbekleidung, die möglichst eng anliegt (damit die Daumen bei der Ruderbewegung nicht hängen bleiben) und eine Hose, mit der man in die tiefe Hocke kommt und die gegen Schmutz (Aluminium-Oxid von den Rollschienen) unempfindlich ist. Im Weiteren ist eine Kopfbedeckung sowie eine Sonnenbrille (Wasser reflektiert Sonnenstrahlen ähnlich wie Schnee, deshalb auch an Sonnenschutz denken) zu empfehlen. Einen zweiten Satz Sportbekleidung bzw. Badehose oder -anzug sind mitzubringen, wenn mit dem Skiff gefahren wird.


Welche Sicherheitsregeln sollten unbedingt vermittelt werden?
Die Hauptgefahren für Unfälle im Rudern sind Kollisionen mit anderen Booten oder Hindernissen im oder auf dem Wasser. Die Einhaltung der folgenden Sicherheitsregeln soll dazu beitragen, dass Unfälle vermieden oder zumindest die Auswirkungen von Unfällen gemildert werden:
- Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler müssen mindestens das „Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze“ (Freischwimmer) besitzen.
- In der Regel ist der Eintrag in das Fahrtenbuch vor Antritt der Fahrt obligatorisch.
- Alle Schülerinnen und Schüler kennen und beachten die besonderen Fahrregelungen, insbesondere das Rechtsfahrgebot.
- Da die Steuerleute häufig den Bereich vor dem Bug nicht einsehen können (toter Winkel), sollen sich die Bugleute in regelmäßigen Abständen umdrehen.
- Im Falle einer Kenterung sollten die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich beim Boot bleiben, da das Boot nie völlig absinkt.
Beim Rudern auf Binnenschifffahrtsstraßen sind die Bestimmungen der entsprechenden Verordnungen zusätzlich zu beachten.


Welche Qualifikation benötige ich, um Rudern zu unterrichten?
Die erfolgreiche Teilnahme an einem Qualifikationskurs „Rudern in der Schule“ der Zentralen Fortbildungseinrichtung für Sportlehrkräfte des Landes (ZFS) berechtigt Lehrkräfte zum Unterrichten in der Sportart Rudern. Als Voraussetzung zur Teilnahme an diesem Qualifikationskurs müssen die Grundtechniken des Ruders bereits sicher gekonnt werden.
Außerdem ist der Nachweis der Rettungsfähigkeit im Wasser erforderlich. Dieser sollte im Fünfjahresrhythmus aufgefrischt werden.





SCHWIMMEN

Welche Voraussetzungen muss eine Grundschullehrkraft zur Erteilung von Schwimmunterricht erfüllen?
Zur Erteilung von Schwimmunterricht in der Schule ist eine entsprechende methodisch-didaktische Qualifikation erforderlich. Diese liegt vor, wenn entweder der erfolgreiche Abschluss eines sportwissenschaftlich orientierten Lehramtsstudiums einschließlich der Qualifikation „Schwimmunterricht“
- die erfolgreiche Teilnahme an einem Qualifikationskurs „Schwimmunter-richt“ im Rahmen der Lehrerfortbildung
oder
- die gültige C-Trainerlizenz Schwimmen (oder höher)
nachgewiesen wird.
Darüber hinaus ist der Nachweis der (Fremd-)Rettungsfähigkeit (Deutsches Rettungsschwimmabzeichen in Bronze) vorzulegen und alle fünf Jahre aufzufrischen.


Zum Ende des Schuljahres plane ich mit meiner Klasse einen Ausflug an einen Badesee. Wie erfülle ich meine Aufsichtspflicht, wenn die Kinder Baden wollen?
Bei Wandertagen und -fahrten dürfen Schülerinnen und Schüler nur dann Wassersport (einschließlich Baden und Schwimmen) betreiben, wenn das schriftliche Einverständnis der Erziehungsberechtigten vorliegt.
In Teichen, Seen und Talsperren ist das Baden und Schwimmen für Schülerinnen und Schüler nur dort zu gestatten, wo Badestellen ausgewiesen sind und der für Nichtschwimmer freigegebene Teil deutlich erkennbar ist. Fehlt diese Abgrenzung dürfen Nichtschwimmer nicht ins Wasser.
In Flüssen und Kanälen ist das Baden und Schwimmen grundsätzlich verboten.
Im offenen Meer (z.B. an Nord- und Ostsee) ist Baden und Schwimmen nur erlaubt, wo Rettungsorganisationen (DLRG; Wasserwacht) dieses überwa-chen.
In allen Sachverhalten, in denen es sich nicht um eine in sich abgeschlossene Badeanstalt handelt dürfen pro aufsichtsführender Lehrkraft höchstens 10 Schülerinnen/Schüler gleichzeitig ins Wasser.

Die zur Aufsicht verpflichtete Lehrkraft behält in allen Sachverhalten die Aufsichtsverpflichtung über die von ihnen begleiteten Schülerinnen und Schüler. Sie müssen im Sinne des § 21 Abs. 5 Satz 2 bis 4 der VO Aufsicht rettungsfähig sein, falls keine andere rettungsfähige Person anwesend ist. Alle Aufsichtsführenden müssen Badebekleidung tragen.
Die begleitenden Lehrkräfte haben vor und nach dem Baden die Vollzähligkeit festzustellen. Sie haben darauf zu achten, dass die Schülerinnen und Schüler nicht in überhitzten Zustand und unmittelbar nach dem Essen ins Wasser gehen.


Ich habe mein zweites Staatsexamen bereits vor 15 Jahren abgelegt. Durch mein stark nachgefragtes Zweitfach kam ich nie dazu Schwimmunterricht zu erteilen. Im kommenden Schuljahr übernehme ich ein 5. Schuljahr als Sportlehrerkraft und werde auch mehrere Wochen Schwimmen unterrichten. Reichen meine im Studium erworbenen Kenntnisse aus?
Neben den methodisch-didaktischen Fähigkeiten ist es für die Erteilung von Schwimmunterricht erforderlich einen aktuellen Nachweis der Ersten Hilfe-Fähigkeiten und der Rettungsfähigkeit (nicht älter als fünf Jahre) vorzulegen.
Zur Auffrischung der fachlichen Kenntnisse wird die Teilnahme an einem Fortbildungskurs „Schwimmunterricht – Technik, Methodik, Spielformen“ empfohlen.


Am Ende der Schwimmausbildung in der Schule möchten meine Schüler das Jugendschwimmabzeichen in Bronze ablegen.
Bin ich berechtigt, die Schwimmprüfungen abzunehmen?
Zwischen den Vertretern der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) und den schwimmsporttreibenden Verbänden wurde vereinbart, dass Sportlehrkräfte oder Lehrkräfte mit der notwendigen Zusatzqualifikation, die zur Erteilung von Schwimmunterricht berechtigt, 
- die erfolgreiche Teilnahme an der Frühschwimmprüfung (Seepferdchen) und
- den Prüfungen zum Erwerb des Jugendschwimmpasses (für Personen bis zum Vollendeten 18. Lebensjahr) bzw. des Deutschen Schwimmpasses (für Personen nach Vollendung des 18. Lebensjahres) in Bronze, Silber und Gold
bescheinigen dürfen.
Die Prüfbescheinigung ist mit einem Schulstempel zu vervollständigen.


Wo kann ich die Schwimmausweise und Abzeichen erwerben?
Die schwimmsporttreibenden Verbände haben vereinbart, dass sie selber die Materialien nur an ihre jeweiligen Untergliederungen abgeben. Schulen oder Schulsportkoordinatoren haben die Möglichkeit bei der Fa. HH Schmidt & Co. GmbH, Adolf-Kolping-Str. 26, 42719 Solingen (www.hh-schmidt.de) oder bei Sport Thieme (www.sport-thieme.de) zu erwerben.


Einige Schülerinnen und Schüler zeigen bei den Prüfungen eine ungewöhnliche Schwimmtechnik, erreichen aber die geforderten Zeiten. Gibt es zum Bestehen der Prüfungen eine Vorgabe zur Schwimmtechnik?
Bei den Prüfungen für den Jugendschwimmpass wird die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler überprüft, eine festgelegte Strecke in einer vorgegebenen Zeit ohne Hilfsmittel und an der Wasseroberfläche zurückzulegen.
Auf der Stufe des Jugendschwimmabzeichens in Bronze sind mindestens 200 Meter in einer Zeit von höchstens 15 Minuten zu schwimmen.
Bei der Prüfung zum Erwerb des Jugendschwimmabzeichens in Silber verdoppelt sich die Schwimmstrecke. Außerdem ist der Nachweis der Schwimmfähigkeit in Bauch- und Rückenlage zu erbringen. Die dafür zur Verfügung stehende Zeit beträgt 25 Minuten.
Erst bei den Übungen für das Jugendschwimmabzeichen in Gold besteht für den Prüfling die Verpflichtung die speziellen Wettkampftechniken des Brust-, Kraul- und Rückenschwimmens nachzuweisen.


An unserer Schule beträgt die durchschnittliche Klassenstärke 28 Schülerinnen und Schüler. Für den Schwimmunterricht ist mir diese Gruppengröße zu viel. Welche rechtlichen Vorgaben habe ich bzw. hat die Schulleitung zu beachten?
Die aktuell gültige Richtlinie für Sicherheitsmaßnahmen im Fach Sport begrenzt die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die gleichzeitig im Wasser sein dürfen auf 20. Bei Grund- und Förderschulen beträgt die Zahl in der Regel 15. Bei größeren Klassenstärken besteht die Möglichkeit eine zweite aufsichtsführende Person hinzuzuziehen. Eventuell erfolgt die Be-aufsichtigung von zwei parallel übenden Klassen mit drei Personen.
Steht keine zusätzliche Aufsichtskraft zur Verfügung müssen die überzähligen SchülerInnen außerhalb des Schwimmbeckens verbleiben und dort beaufsichtigt werden.





SEGELN

Darf ich nach dem Lehrgang mit Schulklassen Segeln auf einem Schiff als Klassenfahrt durchführen?
Auf Binnenmeeren (z.B. auf Plattbodenschiffen im Ijsselmeer) dürfen solche Klassenfahrten durchgeführt werden. Auf dem offenen Meer darf nicht gefahren werden, nur im sicheren Küstenbereich. Insofern sind Fahrten auf der Nord- oder Ostsee nicht möglich. Im weiteren muss gewährleistet sein:
- das Schiff liegt während der Nacht am Ufer vor Anker,
- das ausgewählte Schiff kann auch ohne die Mithilfe der Schülerinnen und Schüler von einer erfahrenen Besatzung allein gesegelt werden,
- die Lehrkraft kann jederzeit auf das Veranstaltungsprogramm Einfluss nehmen und dieses nach pädagogischen Gesichtspunkten gestalten,
- alle Schülerinnen und Schüler besitzen mindestens das "Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze" (Freischwimmer),
- Mädchen und Jungen können getrennt untergebracht werden.


Wie kann ich Segelboote für eine Schulveranstaltung ausleihen?
In der Regel wird ein Segelkurs bei einer (vom Deutschen Segler Verband anerkannten) Segelschule durchgeführt, welche die Boote stellt. Für kleinere Gruppen kommt eine Kooperation mit Segelvereinen in Frage, die oft Schulungsboote / Jugendboote besitzen.


Darf ich eine Klassenfahrt mit Segelprogramm leiten, wenn ich im Besitz eines Segelführerscheins bin? (z.B.: A-Schein, Sportbootführerschein Binnen, SBF See, BR-Schein, BK-Schein; C-Schein, Sportseeschifferschein, Sporthochseeschifferschein, Bodenseeschifferpatent, Kapitän zur See, ….)
Die aufgelisteten Scheine berechtigen lediglich zum eigenständigen Ausleihen und Steuern von Segelbooten. Sie beinhalten aber keine didaktisch-methodischen Ausbildungsinhalte oder Grundsätze zur Planung von Fahrten.
Daher muss eine Lehrkraft entweder die weiterführende Segellehrerlizenz erwerben oder aber an der entsprechenden Qualifikationsveranstaltung der Zentralen Fortbildungseinrichtung für Sportlehrkräfte des Landes (ZFS) teilnehmen.


Kann bei der Qualifikationsveranstaltung „Segeln mit Schülern“ auch ein Segelführerschein erworben werden?
Nein. Die Ziele der Veranstaltung und die Zielsetzungen eines Führerscheinkurses sind inkompatibel. Zwar erwerben Lehrkräfte auch Kompetenzen, die für den Führerscheinerwerb erforderlich sind. Viele wichtige Inhalte der Veranstaltung wie zum Beispiel pädagogische Konzepte eines Segelkurses, Rechtslage in der Schule und Umwelterziehung passen jedoch nicht zu einer Führerscheinprüfung, die großen und umfangreichen Wert auf Schifffahrtsrecht legt. Dies spielt bei der Qualifikationsveranstaltung für Lehrkräfte keine bedeutende Rolle.





SKI ALPIN UND SNOWBOARD


Warum können Nicht-Sportlehrer keine Leiterqualifikation erwerben?
Diese Regelung ist durch den Skierlass vom 15.10.2006 in dieser Form vorgeschrieben.
Von einer Schulskikursleiterin oder einem -eiter werden sportmedizinische und entwicklungsphysiologische Kenntnisse erwartet, die in einem Sportstudium vermittelt werden. Darüber hinaus muss der Leiter der Fahrt die Schülerinnen und Schüler speziell konditionelle vorbereiten. Sie müssen aufgrund ihrer Aufgabe das Gesamtprogramm des Schulkurses mit allen Maßnahmen sowie allen Personalentscheidungen verantworten.
Für Nicht-Sportlehrer gibt es die Möglichkeit über den Erwerb des B-Trainers Breitensport der Skiverbände die Berechtigung zur Leitung von Ski- und Snowboardkursen in der Schule zu erlangen.


Dürfen bei einem Wandertag mit einer Grundschulklasse Ski benutzt werden?
Wenn das schriftliche Einverständnis der Personensorgeberechtigten vorliegt und die Schülerinnen und Schüler sachgerecht ausgerüstet sind, kann Skifahren, Snowboarden oder auch Skilanglaufen angeboten werden. Der Organisationsrahmen und die pädagogische Zielsetzung der Fahrt ist sorgsam auszuwählen.


Darf ich in meinem Ski- oder Snowboardkurs "Fun- oder Snowparks" befahren?
Unter Berücksichtigung der vom Pistenbetreiber vorgeschriebenen Sicherheitsstandards (Regelungen auf Hinweisschildern an der Einfahrt in Parks), einer methodischen Hinführung und mit der Verwendung der nötigen Sicherheitsausrüstung ist dies möglich, sofern sich die Parks im Pistenbereich befinden.


Besteht Helmpflicht im Schulski- oder -snowboardkurs?
Für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte wird im Schulski- oder –snowboardkurs das Tragen von Helmen ausdrücklich empfohlen. In Österreich ist das Tragen von Helmen im Rahmen von Schulveranstaltungen verpflichtend. Die Regelungen in anderen Ländern z. B. in Italien sind ebenfalls zu beachten. Hier besteht für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren eine gesetzliche Helmpflicht.





SPORTFÖRDERUNTERRICHT

Für welche Kinder der Regelschule wäre es wichtig und günstig, zusätzlich bewegungsorientiert durch Sportförderunterricht gefördert zu werden?
Am Sportförderunterricht sollten Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die Schwächen oder leichte Mängel im Bewegungsbereich aufweisen, welche bei einer zusätzlichen, gezielten Förderung in absehbarer Zeit gemildert oder behoben werden können.
Liegen erhebliche Mängel vor oder sogar Schäden (z.B. eine starke Skoliose), sollten außerschulische Maßnahmen angestrebt werden, da der Sportförderunterricht allein nicht greifen kann.
Ebenso ist Sportförderunterricht wichtig für Kinder, die sich in einem „Teufelskreis“ (Bewegungsmangel / geringe motorische Fähigkeiten / Verweigerung / Verschlechterung des Bewegungskönnens / psychosoziale Auffälligkeiten) befinden.


Werden in der Unterrichtsstundenzuweisung zusätzliche Stunden für Sportförderunterricht ausgewiesen?
Sportförderunterricht ist ein Förderunterricht wie jeder andere auch und muss aus der Stundenzuweisung Förderunterricht genommen werden.


Wird ein an der Universität belegter Einführungskurs als Voraussetzung für die Prüfung anerkannt?
Grundsätzlich ja! In den Einführungsveranstaltungen werden in Theorie und Praxis die Bereiche Wahrnehmung, Koordination, Ausdauer, Haltung und Entspannung erarbeitet, ebenso die Entwicklung von Haltung und Bewegung, Frühkindliche Reflexe, didaktisch-methodische Grundsätze im Sportförderunterricht, Erkennen von Schwächen in den Bereichen der motorischen Fähigkeiten, Bewegungsbeobachtung als Grundlage zur Erstellung von Förderplänen und der Bereich Planung und Organisation von Sportförderunterricht behandelt (Siehe: Empfehlung der Kultusministerkonferenz vom 26. 2. 1982 in der Fassung vom 16./17.9.1999 – Grundsätze für die Durchführung von Sportförderunterricht sowie für die Ausbildung und Prüfung zum Erwerb der Befähigung für das Erteilen von Sportförderunterricht).
Diese Inhalte sind prüfungsrelevant. Im abschließenden Prüfungskurs wird der Bereich „Kinder mit psychosozial-auffälligem Verhalten“, Erstellung von Förderplänen, Erarbeitung von Beobachtungsstationen im Kontext einer Unterrichtsstunde oder -einheit behandelt.


Welche Voraussetzungen muss eine Schule erfüllen, um ein Förderangebot im Bereich Bewegung anzubieten?
Sportförderunterricht darf nur von einer Lehrkraft mit Fakultas Sport (Unterrichtserlaubnis Sport) und der Zusatzqualifikation Sportförderunterricht erteilt werden. Die Zusatzqualifikation Sportförderunterricht kann im Rahmen des Studiums oder durch Teilnahme an einer Qualifikationsveranstaltung beim ZFS erworben werden.


Dürfen Sozialpädagogen Sportförderunterricht erteilen?
Grundsätzlich können Sozialpädagogen nicht im Sportförderunterricht eingesetzt werden, es sei denn, sie haben auch noch eine zusätzliche bewegungsfachspezifische Ausbildung wie zum Beispiel Motopädagogik.





TRAMPOLINTURNEN

Darf ich das Minitrampolin auch ohne Schein für „Federübungen“ mit Halt an der Sprossenwand oder am großen Kasten benutzen?
Das Minitrampolin darf auch hier nur mit entsprechender Qualifikation „Turnen am Minitrampolin in der Schule“ eingesetzt werden.
Ein Rebounder (kleines, rundes, flaches trampolinähnliches Spielgerät) darf nach Informationen der Unfallkasse Hessen (vgl. Homepage der UKH) ohne Qualifizierung genutzt werden und könnte somit eingesetzt werden.


Mit wie vielen Schülern darf ich Trampolinturnen unterrichten?
Es wird zwischen Minitrampolin und Trampolin (Großgerät) unterschieden:
a) Minitrampolin:
Das Gerät kann auch integriert in eine Gerätelandschaft eingesetzt werden, sodass die qualifizierte Lehrkraft sichert, ohne die Schülerinnen und Schüler aus dem Blickfeld zu verlieren.
b) Trampolin (großes Gerät):
 Pro qualifizierte Lehrkraft ist eine Anzahl von ca. 8 Schülerinnen und Schüler zu empfehlen. Möglich ist auch eine Integration des Trampolins in eine Gerätelandschaft, auch hier muss die qualifizierte Lehrkraft sichern, ohne alle Schülerinnen und Schüler aus dem Blickfeld zu verlieren.


Ist die Übung des Saltos rückwärts/vorwärts auch ohne Hilfsmittel oder Sicherungen erlaubt?
Lehrkräfte müssen im Rahmen ihrer Aufsichtsverantwortung besonderen Wert auf die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler legen, deshalb sind Geräteabsicherungen sowie erforderliche Sicherheitsstellungen und aktive Hilfeleistungen notwendig.


Darf eine Lehrkraft im Rahmen eines Zirkusprojektes in einer Projektwoche ein Minitrampolin einsetzen?
Es gelten die Voraussetzungen gemäß der Verordnung über die Aufsicht von Schülerinnen und Schüler. Gemäß dieser dürfen sowohl Sportlehrkräfte als auch Lehrkräfte mit einer allgemeinen gültigen Übungsleiterlizenz nur mit erworbener Qualifikation das Minitrampolin einsetzen. Um demnach ein Zirkusprojekt durchführen zu können, sollte sich die Lehrkraft eine qualifizierte Sportlehrkraft zu Hilfe holen.


Darf ich ein defektes Trampolin oder Minitrampolin wieder instand setzen?
Die defekten Teile dürfen gegen originale Ersatzteile problemlos ausgetauscht werden, siehe Herstellerangaben.


Welche Matten sind hinter dem Minitrampolin als Landefläche zu verwenden?
Es sollten nur durchtrittsichere Weichbodenflächen mit Raumgewicht RG 23/25 mindestens RG 20 genutzt werden.


Wie kann ich das Absenken der Trampoline gefahrloser gestalten als mit Heberollständer?
Der herkömmlichen Heberollständer kann problemlos gegen die neuen Hydraulikständer ausgetauscht werden.


In welcher Form können Schülerinnen und Schüler als Unterstützung in den Unterricht am Trampolin einbinden?
Zu empfehlen sind Schülerinnen und Schüler, die erfolgreich an einer Ausbildung zur Schülermentorin oder zum Schülermentor beim Fachverband (Turnen) teilgenommen haben. Es können auch Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden, die einen DTB Basisschein erfolgreich abgeschlossen haben.


Gibt es besondere Vorgaben für „Le Parkour“ im Sportunterricht?
Eine besondere Richtlinie für „Le Parkour“ gibt es nicht, es sind jedoch insbesondere folgende Punkte aus der Aufsichtsverordnung zu beachten:
- Jedweder Einsatz des Trampolins oder Minitrampolins ohne entsprechende Qualifikation der Aufsichtsperson ist untersagt.
- Der alternativen Nutzung von Sportgeräten ist besondere Beachtung zu schenken
- Erforderlichenfalls müssen Aufsichtspersonen eine aktive Hilfeleistung und Sicherheitsstellung geben.


Gibt es eine Fortbildungspflicht für Aufsichtspersonen zum Einsatz des Trampolins oder Minitrampolins im Unterricht?
„Die eingesetzten Lehrkräfte müssen sich über die jeweils aktuellen Sicherheitsentwicklungen in der betreffenden Sportart informieren und darin fortbilden.“ (Aufsichtsverordnung §20(2)). Eine entsprechende Veranstaltung wird von der Zentralen Fortbildungseinrichtung für Sportlehrkräfte des Landes (ZFS) in Kooperation mit dem Hessischen Turnverband angeboten.






QUALIFIKATION VON LEHRKRÄFTEN

Kann eine Lehrkraft zum Sportunterricht verpflichtet werden, obwohl sie hierfür nicht ausgebildet ist?
In begründeten Ausnahmefällen oder auf eigenen Wunsch der Lehrkraft kann die Schulleiterin oder der Schulleiter ihr im Rahmen ihres Lehramtes oder ihrer Lehrbefähigung Unterricht auch in den Fächern übertragen, für die sie nicht ausgebildet ist; ihr darf Unterricht, der mit besonderen Unfallgefahren verbunden ist, nicht gegen ihren Willen übertragen werden; besondere Regelungen bleiben unberührt (§ 17 der Dienstordnung für Schulleiter, Absatz 3).


Welche Qualifikation muss eine Lehrkraft zur Erteilung von Sportunterricht besitzen?
Der obligatorische Sportunterricht und der Wahlunterricht im Fach Sport werden in aller Regel von ausgebildeten Sportlehrkräften erteilt. Nur in Ausnahmefällen sollten Lehrkräfte fachfremd Sport unterrichten. Sportförderunterricht wird von Sportlehrkräften mit spezifischer Zusatzqualifikation erteilt. Sonderregelungen gelten für Sportarten, die mit besonderen Gefahren verbunden sind.
Sportunterricht erfordert grundlegende didaktisch-methodische Kenntnisse und eigene sportmotorische Erfahrung. Insbesondere sind die physiologische und psycho-soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler sowie Sicherheitsvorkehrungen zu beachten, um Überforderungen und Unfallsituationen möglichst auszuschließen. Erforderlichenfalls ist von der Lehrkraft Hilfe- und Sicherheitsstellung zu geben.




BESONDERE VERHALTENS- UND SICHERHEITSREGELN

Kann auch bei kalter Witterung bzw. Frost Schulsport im Freien erteilt werden?
Hierzu gibt es keine Vorschriften oder Empfehlungen. Die Entscheidung, ob bei Temperaturen z.B. unter 7° C Sport im Freien erteilt wird, liegt im Ermessen der Lehrkraft (evtl. in Absprache mit der Fachkonferenz oder der Schulleitung).


Dürfen im Sportunterricht Videoaufnahmen gemacht werden?
Gegen das Anfertigen von Videoaufnahmen im Sportunterricht zum Zwecke der Notengebung ohne Absprache mit den Schülerinnen und Schülern bestehen rechtliche Bedenken. Bild- und Tonaufzeichnungen im Unterricht dürfen nur unter den engen Voraussetzungen des § 83 Abs. 5 HSchG erfolgen. Diese sind nur zum Zwecke der Lehreraus- und -fortbildung sowie zur Qualitätsentwicklung des Unterrichts zulässig. Danach ist allenfalls das Filmen zur gemeinsamen Besprechung von Übungen und Demonstration von Bewegungsabläufen oder ähnliches vom Erlaubnistatbestand erfasst. Aufnahmen zum Zweck der Notengebung können auf diese Vorschrift nicht gestützt werden. Diese dürften im Ergebnis nicht der Qualitätsentwicklung des Unterrichts dienen.
Unabhängig davon setzt die Vorschrift des § 83 Abs. 5 HSchG voraus, dass die Betroffenen rechtzeitig über eine beabsichtigte Aufzeichnung und den Aufzeichnungszweck schriftlich informiert worden sind und nicht widersprochen haben.


Müssen die Schülerinnen und Schüler Schmuck im Sportunterricht ablegen?
Ja. Die Schülerinnen und Schüler müssen sportgerechte Kleidung tragen. Uhren und Schmuck (Armbänder, Ringe, Ohrringe, Ketten sowie äußerlich getragene Piercings) sind abzulegen. Fest angebrachte Piercings sind so abzukleben, dass Verletzungen ausgeschlossen werden können.




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