Hessen Logo Regierungspräsidium Darmstadt hessen.de| Inhaltsverzeichnis| Impressum| Kontakt| Hilfe

Anmelden

Förderprogramm WIR - Wegweisende Integrationsansätze Realisieren

LOGO WIR Wegweisende Integrationsansätze realisieren (jpg, 42 kb)

 

 

 

 

Das Landesprogramm „WIR – Wegweisende Integrationsansätze Realisieren" trägt durch gezielte fachliche und finanzielle Impulse bereits seit dem Jahre 2014 maßgeblich zur Neubestimmung und Weiterentwicklung der hessischen Integrationspolitik bei. Es bedient sich hierbei einiger bewährter Ansätze der bis 2013 geleisteten Integrationsarbeit im Rahmen des Programms „Modellregionen Integration" und integriert diese in ein Gesamtförderkonzept.

Angefangen bei der Förderung von kommunalen Koordinationsstellen über Projekte zur Willkommens- und Anerkennungskultur bis zur Förderung niedrigschwelliger Sprachkurse bietet das Landesprogramm „WIR" ein ganzes Bündel von Fördermaßnahmen. Mit ihm sollen alle Bürgerinnen und Bürger – mit und ohne Migrationshintergrund – als Zielgruppe in den Blick genommen und die in den hessischen Kreisen und Kommunen bereits geschaffenen Partizipationschancen weiter ausgebaut und gefestigt werden.

Wesentliche Förderschwerpunkte des Landesprogramm „WIR" sind:

  1. Förderung von „WIR" - Koordinatorinnen und Koordinatoren in den 33 hessischen Landkreisen, kreisfreien Städten bzw. Sonderstatusstädten mit Personalmitteln.

  2. Förderung von Projekten zur Willkommens- und Anerkennungskultur bzw. zur Interkulturellen Öffnung sowie Förderung von Projekten mit neuen innovativen Ansätzen in allen hessischen Kommunen und Kreisen sowie von freien, gemeinnützigen und kirchlichen Trägern – auch von Migrantenselbstorganisationen.

  3. Förderung der Qualifizierung und des Einsatzes ehrenamtlich tätiger Integrationslotsinnen und -lotsen.

  4. Förderung niedrigschwelliger Sprachkurse für Erwachsene bzw. Eltern/Mütter.

Zuständige Behörde für die Antragstellung und Abwicklung der Förderung ist nach wie vor das Regierungspräsidium Darmstadt. Details können der Förderrichtlinie zum Landesprogramm „WIR - Wegweisende Integrationsansätze Realisieren" vom 5. Juli 2013 (nebenstehend als Download) entnommen werden. Auch sämtliche Formvordrucke stehen hier als Download zur Verfügung.

„WIR"- Koordination

Seit 2014 werden im Förderprogramm „WIR" jährlich Personalmittel für die Beschäftigung sog. „WIR"-Koordinationskräfte in den 33 hessischen Landkreisen, kreisfreien Städten und Sonderstatusstädten bereitgestellt.

Ziel der Förderung dieser Personalstellen ist es, die Kommunen einerseits bei der Initiierung und der Weiterentwicklung der interkulturellen Öffnung kommunaler Regelangebote sowie von Vereinen und Verbänden zu unterstützen und andererseits die Entwicklung einer sozialräumlichen Willkommens- und Anerkennungskultur voranzubringen.

Durch das zusätzliche Wirken der Koordinatorinnen und Koordinatoren vor Ort können kommunale Integrationsmonitore erstellt oder fortgeschrieben werden, Kooperationen mit kommunalen Integrationsbüros entstehen sowie ein regionales Integrationsmanagement etabliert werden.

Das Land begleitet durch regelmäßige partnerschaftliche Informations- bzw. Arbeitstreffen die hessischen „WIR"-Koordinatorinnen und –Koordinatoren in der Umsetzung der vor Ort erarbeiteten Konzepte.

Förderung von Projekten zur Willkommens- und Anerkennungskultur

Mit dem Landesprogramm „WIR" sollen – hessenweit und kommunal abgestimmt – Projekte zur Willkommens- und Anerkennungskultur neu zugewanderter Menschen gestärkt werden.

Anhand sozialräumlicher Konzeptionen soll u.a. aufgezeigt werden, wie der Anspruch an "Vielfalt als Chance zu erkennen" in konkretes Handeln vor Ort umgesetzt werden kann. In diesem Prozess sind alle Bürgerinnen und Bürger angesprochen, da ihre Offenheit und Veränderungsbereitschaft die Voraussetzung dafür ist, aufeinander zuzugehen.

Diese Veränderungsbereitschaft entsteht nicht automatisch, sondern bedarf der Gestaltung und der Schaffung sie fördernder Rahmenbedingungen. Dies ist auch Aufgabe staatlicher Einrichtungen, seien sie kommunal oder auf Landesebene. Auch hier sind interkulturelle Lernprozesse notwendig.

Aber auch für Vereine vor Ort gilt es, neu Zugezogenen einfache Zugangswege zu eröffnen und sie in das gesellschaftliche Leben aufzunehmen.

Förderung von Projekten zur Interkulturellen Öffnung

Die Förderung von Maßnahmen zur Interkulturelle Öffnung von Institutionen, Behörden, Vereinen und Verbänden sowie Migrantenorganisationen ist ebenfalls ein Schwerpunkt des Landesprogramms „WIR". Hierbei ist das A und O, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – seien es ehrenamtlicher oder hauptamtliche, wesentliche Akteure vor Ort und die Aufnahmegesellschaft in den Prozess frühzeitig und konstant einzubinden. Denn nur so können sinnvolle strukturelle Veränderungen von Regelstrukturen in Verwaltungen, aber auch in Verbänden und Vereinen erzielt werden.

Als Reaktion auf eine vielfältige und heterogene Gesellschaft müssen sich die zivilgesellschaftlichen Institutionen weiterentwickeln, um die Bedarfe aller Einwohnerinnen und Einwohner abzudecken.

Doch wie sehen diese Veränderungen aus? Genügt es, Mitarbeiter zu interkulturellen Themen fortzubilden oder den Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund zu erhöhen? Und was dann? Sehen sich Beschäftigte mit Migrationshintergrund – wie auch die ohne - allen Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet oder sollen sie sich nur jenen mit gleichem Migrationshintergrund oder wem eigentlich verpflichtet sehen? Dies können erste Ansätze und diskursive Fragestellungen sein. Interkulturelle Öffnung ist insofern kein kurzfristiger Prozess.

Förderung von Projekten mit neuen innovativen Ansätzen

Mit der Förderung innovativer Integrationsmaßnahmen im Rahmen des Landesprogramms „WIR" sollen neue Modellprojekte in einer maximal dreijährigen Projektphase angestoßen werden. Hierbei handelt es sich vor allem um Projekte verschiedener Themen- bzw. Handlungsfelder, die neue Lösungsansätze zur nachhaltigen Verbesserung der Integrationschancen von Menschen mit Migrationshintergrund und zur Stärkung der Eigeninitiative bieten. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Vernetzung vor Ort gelegt. Um diesen Aspekt zu stärken, ist bei der Planung neuer Maßnahmen zu beachten, dass sie zukünftig vor Ort mit der für das Thema Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zuständigen kommunalen Stelle abgestimmt werden müssen.

Diese frühzeitige Einbeziehung der kommunalen Akteure ist besonders zur Sicherung der Nachhaltigkeit nach Ablauf der Förderung sinnvoll.

Qualifizierung und Einsatz von Integrationslotsen

Die Hessische Landesregierung fördert die Qualifizierung und den Einsatz von ehrenamtlich tätigen Integrationslotsinnen und -lotsen in Städten und Kreisen unter dem Motto „Integrationslotsen – Sie bauen Brücken – Sie sind vor Ort – Sie stärken Verantwortung".

Integrationslotsinnen und -lotsen werden zu Beginn auf ihre ehrenamtliche Arbeit vorbereitet, qualifiziert und während ihres Einsatzes betreut. Projektträger können hierbei kommunale Einrichtungen, wie beispielsweise das städtische Integrationsamt sein, aber ebenso Wohlfahrtsverbände, kirchliche-, interkulturelle- und andere gemeinnützige Vereine.

Integrationslotsinnen und -lotsen unterstützen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement zugewanderte Menschen mit Migrationshintergrund unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Religion bzw. ihrer Kultur und sind Vorbilder gelungener Integration. Sie bieten bei Bedarf direkte themenspezifische, kultursensible und häufig mehrsprachige Hilfe an. Beispielsweise begleiten sie Neuzuwanderer bei Ämter- und Behördengängen oder bei Elterngesprächen in Kindergärten bzw. in Schulen. Andere fungieren als Bildungsmentoren für Schülerinnen und Schüler am Übergang Schule-Beruf.

Integrationslotsinnen und -lotsen helfen Hemmschwellen bzw. bürokratische Hürden abzubauen und bilden – trotz wahrnehmbarer interkultureller Öffnungsprozesse – eine wichtige Ergänzung zu den Regelangeboten vor Ort.

Nähere Informationen zur Zielsetzung und Förderfähigkeit des Einsatzes ehrenamtlicher Integrationslotsinnen und -lotsen folgen auch aus dem in der Anlage befindlichen Informationsblatt.

Deutschkurse Zuwanderer (Sprachförderung Erwachsene)

Mit der niedrigschwelligen Deutschförderung Erwachsener setzt die Landesregierung auf eine nachhaltige Verbesserung der Integrationschancen von Menschen mit Migrationshintergrund in die hiesige Gesellschaft. Insbesondere Mütter mit Migrationshintergrund können durch ihre Teilnahme an Sprachkursen (z. B. Mama-lernt-Deutsch-Kurse) und die hierbei erworbenen Deutschkenntnisse ganz erheblich zur Integration ihrer Kinder in hiesige Strukturen beitragen und diese auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Daher beinhalten die hessischen Kurse neben der Sprachvermittlung auch Sachverhalte des alltäglichen Lebens, u.a. der Familie und Erziehung, des Wohnumfeldes, des Gesundheits- und Bildungssystems oder des Arbeitsmarktes. Durch die Informationsvermittlung in den Kursen können bestehende Schwellenängste gegenüber öffentlicher Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Ämtern etc.) abgebaut werden.

Die landesgeförderten Deutschkurse richten sich an Menschen mit Migrationshintergrund, die sich dauerhaft und rechtmäßig in Hessen aufhalten und die keinen Anspruch auf Förderung bzw. keine Zulassung zu den Bundesintegrationskursen haben. Angeboten werden sie von kommunalen, kirchlichen und gemeinnützigen Trägern.



© 2016 Regierungspräsidium Darmstadt . Luisenplatz 2 . 64283 Darmstadt

Ansprechpartner

Für weitere Fragen zum Thema stehen Ihnen unsere Mitarbeiter gerne zur Verfügung
Ansprechpartner

Downloads